Aquarienlandschaften einfach selbst bauen

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Aquarieneinrichtung ist meist wirklich teuer. Berge aus Plastik, Korallen aus Ton, die dann vielleicht auch noch kitschige Farben haben und nur ‘solala’ mit der Größe passen. Was tut dann der Bastler von Welt – DIY!

Man muss jedoch einiges dabei beachten, wenn man vorhat sich eine ganze Landschaft selbst zu gestalten: welche Umgebungs”wünsche” haben die jeweiligen Insassen? Sind es Fische, die eher in den oberen Regionen zu finden sind/ welche die mittig umher schwimmen oder Bodenbewohner? Was für Pflanzen will man einbinden – wurzeln diese eher flach oder tief und wie verbreiten sie ihre Blätter? Man will ja nicht, dass nach 2 Wochen alle zugewachsen ist und man durch den Djungel die ganze Arbeit kaum noch erblicken kann.

Schritt 1: Die Planung

DSC00188_1 Am Besten fängt man damit an Referenzen zu suchen, dazu schnappt man sich die Suchmaschine seines Vertrauens und kann nach Begriffen suchen wie “Aquarium Landschaft” , “Aquarium Einrichtung” oder “fish tank”. Interressant wird es, wenn man sich nicht fertige Aquarien als Inspiration nimmt, sondern echte Landschaften oder vllt Szenen aus Filmen oder Games! Vielleicht baut ihr die Schlacht von Mittelerde mit Legofiguren nach oder versenkt Atlantis? Lasst euer Kreativität einfach freien Lauf, und ein kleiner Tipp dazu: versucht sowohl in deutsch als auch in englisch zu suchen, dann findet ihr auch internationale Ideen! Danach zeichnet man sich auf was man gern gestalten möchte, wenn man sich genügend Inspirationen gesammelt hat und schreibt eine Materialliste dazu. Der letzte Schritt der Planung ist dann die Preisrecherche, also der Teil von man durch das Internet wütet und von Baumarkt zu Baumarkt, zu Aquaristikfachgeschäft gondelt und schaut, wo man was günstig bekommen kann. Das ist vor allem wichtig, weil ich euch quasi jetzt schon versprechen kann, dass ihr Sachen nachkaufen werden müsst, da man beim ersten Mal einer solchen Bastelaktion sich immer mit den Mengen wird 😉 .

Schritt 2: Der Shoppingmarathon

DSC0018h3 Zumindest bei mir war es einer, das kann ich euch sagen… 3 Tage und gefühlte 15 Geschäfte später, hatte ich endlich alles beisammen und meine anfänglich gemachte Skizze auch schon etwa 7 mal überarbeitet. Ich hatte mir vorgenommen einen großen verwunschenen Brunnen in den Mittelpunkt zu setzen, welcher mit blauem Kies gefüllt ist (da man das Wasser drum herum nur sehr schwer von dem, im Brunnen unterscheiden kann 😉 ). Drum herum sollte es noch ein paar Grünanlagen geben, eine Höhle, einen weiteren kleinen Brunnen und eine steinige Wand im Hintergrund.

Material: (mal abgesehen von einem Aquarium, Wasser, Pflanzen und Bewohnern 😉 )
* Aquariensilikon!* Styroporplatten (lang & gut gereinigt)
* ein Styroporhalbring
* verschieden farbiger kleiner Kies (hier: 3-4mm – hellblau, hellgrün und Naturfarben)
* größere Kiesel (hier: haselnuss- bis walnussgroße Steine)
* einen Blumentopf aus Ton (man breche eine Ecke heraus und schleife sie ein wenig ab, damit keine scharfen Kanten bleiben)
* Verbindugsstücke von Regenrinnen aus Plastik

DSC00184c Es ist besonders wichtig speziell dafür ausgewiesenes Aquariensilikon zu kaufen, dieses gibt nach dem Durchtrocknen keine schädliche Stoffe ab, wie normales Silikon zum Abdichten und Verkleben. Diese geben mit der Zeit unter anderem sogenannte Fungizide ab, die Schimmel und Pilze abtöten sollen, wenn man damit zum Beispiel seine Dusche abdichtet. Deshalb hat herkömmliches Silikon nichts im Aquarium zusuchen, den Bewohnern zu liebe! Ich habe dieses Aquariensilikon hier verwendet: “Aquariensilikon aus dem Baumarkt” jedoch in transparent, aber das hängt natürlich von eurem Bastelvorhaben ab. Man kann sowas in vielen Baumärkten kaufen oder online in Zoo-Shops oder auch bei Ebay bestellen.

Wie viel das Ganze mich im Endeffekt gekostet hat, kann ich nur schwer sagen, da ich einige Materialien vorher schon da hatte und von anderem mehr kaufen musste, als ich eigentlich gebraucht habe. Ich schätze, dass es so um die 120€ gewesen sein müssen, wobei ich zugegebener Maßen bei dem Silikon schlecht recherchiert hatte, das hätte man sicher auch billiger haben können.

Schritt 3: Das Bauen, Basteln, Werken und Kleben… Kleben… Kleben

DSC00s185 Hier vorab das Fazit: Habt ihr ein Arbeitszimmer? Eines, was ihr temporär “opfern” könnt, solang der Prozess Dauert? Besser wäre es, denn ich habe (unwissender Weise) in meinem Wohnzimmer mit der Arbeit angefangen und konnte später auch nicht mehr umziehen (wenn ihr erstmal so viele Steine und den Kies drauf geklebt hat, kann ich euch versprechen, dass ihr zum Einbauen schon mal min. 4-6 Hände brauchen werdet!). Der Casus Knacktus dieser Arbeit ist muffelig! Denn so gut wie das Aquariensilikon euren Tierchen später gefallen könnt, desto mehr müsst ihr während des Arbeitens darunter leiden! Dieses Sonder-Silikon hat die schlechte Angewohnheit einen äußerst starken Essig-Geruch zu verbreiten, solang es noch frisch und nicht ausgehärtet ist. Mein Wohnzimmer hat demnach über 3 Wochen nach Essig gemüffelt und das macht auf Dauer ziemlich Kopfschmerzen, aber das war’s auch wert 😉

Wie ihr euer Projekt nun zusammenstellt, kann ich euch nicht verraten, aber ich habe definitiv ein paar Hinweise, über die ich bei meiner Arbeit gestolpert bin:

1. Wenn ihr eine Grundplatte haben möchtet, um alles andere darauf zu befestigen, so wie ich das gemacht habe, müsst ihr diese platte 3-4cm schmaler und kürzer zuschneiden, als das Aquarium eigentlich hergeben würde, damit a) ihr verhindert, dass größere Dekosteine am Rand die Scheiben beim Einsetzen nicht zerkratzen und b) die Styro-Platte von außen später nicht mehr zusehen ist, weil ihr die Lücke am Rand mit kleinem Kies auffüllen könnt.

DSC00192 2. Schafft immer eine Möglichkeit des Rückzugs für eure Tierchen. Ja, man schafft sie sich an, um sie zu bewundern, aber auch sie brauchen ab uns zu ihre Ruhe, damit sie nicht vor Stress Krankheiten ansetzen. Ich habe dafür eine Ecke aus einem Tontopf gebrochen und diese e

3. Sorgt dafür, dass eure Styro-Teilchen immer gerade Ränder haben oder beklebt Flächen, die nicht ganz glatt sind mit Kies, damit die Lieblinge nicht irgendwann anfangen zu knabbern und Styropor zu verschlucken!in wenig abgefeilt, damit es keine Schnittverletzungen gibt. Danach habe ich ihn mit Steinen beklebt, wobei er auch roh ganz hübsch ausgesehen hat.

4. Lasst den Kleber lange durchtrocknen. Wenn er einmal völlig ausgehärtet ist (nach 7-14 Tagen), ist er nicht mehr schädlich und alles kann noch einmal abgespült und dann bereits eingesetzt werden.

Schritt 4. Das Einbauen, die Bepflanzung, das Auffüllen

Wie oben bereits gesagt, lasst alles gut durchtrocknen, je länger desto besser – Eile schadet den Fischen und pflanzen, macht das Wasser unbrauchbar un eure ganze Arbeit war umsonst! Auch wenn es hübsch ist die Pflanzen in winzige Töpfchen zu stecken, sie brauchen viel Kies und Platz, damit sie nicht eingehen. Zum Auffüllen des Wassers empfehle ich eine Salatschüssel ins Aquarium zu stellen in die Man dann von oben das Wasser geben kann, wenn diese voll ist, läuft das Wasser langsam und gleichmäßig über den Rand und ihr wirbelt nicht unnötig den evtl. schön drapierten Kies auf!

Nun wünschen wir euch viel Spaß beim Nachbasteln und vor allem: zeigt her eure tollen Ideen!

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